Entwicklung der Mir Seyn Klor

Die Gründerjahre

1903

Im Jahre 1903 saßen in der Gaststätte Kahl elf Männer beisammen und gründeten die Karnevalsgesellschaft. Es liegt nahe, dass dies am 11.11. geschehen war – doch weit gefehlt. Exakt am 24. Dezember 1903 geschah das große Ereignis, am Heiligen Abend also. Um die Jahrhundertwende und auch noch später war der Vorabend des Weihnachtsfestes offenbar ein gewöhnlicher Wochen- und Werktag und nicht das Hochfest der Familie. Nicht auszudenken, was heute passieren würde, wenn einer auf die Idee käme, für den Heiligen Abend zu einer Vorstandsitzung einzuladen! Die Gründungsversammlung der Karnevalsgesellschaft „Mir Seyn Klor“, „Seyn“ mit dem vornehmen „y“ mussten allerdings noch andere Auseinandersetzungen vorausgegangen sein. Denn bevor die Vereinsgründer zur Tat schritten und ihre Statuten verabschiedeten, sollte der Verein anders benannt werden. Es existiert noch ein Entwurf der ersten Satzungen. Hierin ist noch vorgesehen: Karnevalsgesellschaft „ Du ahnst es nicht!“. Das wäre auch ein schöner Name gewesen.

Die Vereinsgründer im Jahre 1903 waren:

1. Vorstand:                      Josef Andres

2. Vorstand:                      Johann Glöckner

1. Schriftführer:               Lehrer Christ

2. Schriftführer:               Jakob Jakobs

1. Kassenführer:              Lorenz Hoffmann

2. Kassenführer:              Simon Schäfer

1. Protokollar:                  Friedrich Wald

2. Protokollar:                  Nikolaus Schreiber

1. Zeremonienmeister:  Sebastian Hirsch

2. Zeremonienmeister:  Engelbert Link

Kassenrevisor:                 Heinrich Schuth

 

1904

 

Die erste Kappensitzung stieg am 7. Januar 1904 „im närrisch ausgeputzten Saale des Wirtes Ibald“. Der Anfang, wie überhaupt der närrische Aufwand, war noch recht bescheiden. Die Kapelle bestand aus einem Geiger und einem Pianisten. Sie spielten entweder den Büttenmarsch „Was kommt dort von der Höh“ oder den preußischen Marsch „So leben wir!“ Der erste Maskenzug zu Ehren des Prinzen Nikolaus Reif am Rosenmontag hatte sich ein weites Ziel gesteckt. Bis nach Mülheim wollten die närrischen Kallengier ziehen. Der Chronist gestand jedoch, dass man nur bis zu den Gastwirtschaften in Urmitz/Bahnhof gekommen war.

Was sang und belachte man damals in den Gründerjahren: Bei gespanntester Aufmerksamkeit ernteten den größten Beifall die Liedvorträge „Rosaura, ich schenk dir was!“ , „Der Bauer aus Waldesch“ und „August halt die Luft an!“. Mit dem Straßenzustand war man damals gar nicht zufrieden, denn es fehlte nicht die Büttenrede: Kaltenengers im Dreck.

 

1908

 

Maskenbälle mit Auszeichnungen der schönsten Kostüme waren seit Beginn Bestandteil des Karnevalistischen Programms. Ein besonders einfallsreiches Paar, das prämiert wurde, war ein Ofen mit Kaminfeger. Wer den Ofen und wer den Kaminfeger dargestellt hat, berichtet der Chronist Lehrer Christ nicht. Es war allerdings auch nicht immer schicklich und friedlich zugegangen auf den Maskenbällen der „Mir Seyn Klor“. Hierzu die Chronik aus dem Jahre 1908: Einem im Dorf neugegründeten Verein wurde zum Ehrentanz aufgespielt, „welcher aber von den Mitgliedern der Karnevalsgesellschaft gerügt und zu guter Letzt in die schönste Schlägerei ausartete, sich aber Dank des guten Humors durch die Gesellschaft wieder legte.“ 

 

 

1912

 

Auch der Rosenmontag 1912 fand nicht den ungeteilten Beifall der Narren. Protokollarius Jakob Jakobs vermerkte hierüber: „Der Zug hatte ziemlich Bewegung und Ordnung. Nur die wilden Indianer hatten weniger Disziplin. Sie mussten morden und metzeln. Die Wilden schlachteten ein Karnickel und warfen die Eingeweide in der Wirtschaft Schreiber ins Publikum, was höchst ekelerregend war.“ Man durfte versichert sein, für spätere Jahre bessere Ordnung zu wahren und Unanständiges im Interesse der Gesellschaft und Einwohner zu vermeiden, damit nicht zuletzt ein schlechter Eindruck übrig bleibt. 

 

1914 - 1924

 

Aus dem seinerzeit viel belachten Vortrag des „Hunsrücker hinkenden Boten“ über die Frage: „Gibt es Krieg?“, wurde 1914 bitterer Ernst. Der 1. Weltkrieg und das Dekret der Rheinlandkommission im Jahre 1918 ließen das Fastnachtstreiben bis 1925 in Kaltenengers ruhen. Sorglos und ahnungslos vermerkt die Chronik noch Pläne und Beschlüsse für den Karneval 1915. Das Narrengewand wurde von vielen mit dem feldgrauen Rock getauscht. 

 

1925 - 1926

 

Im Jahr 1925 stiegen die Kallengier Narren wieder in der Bütt. Erstmalig wurde auch eine Schwerdonnerstagsfeier abgehalten. Duett wie „Der Mordbube“, „Der Massenmörder“ und besonders sinnig „ Die vergiftete Nudelsuppe oder Nikolaus, ein Mensch aus Polen!“ unterhielten ihr Publikum. Zarte Töne vermittelten die Lieder „Ach Lene, du hast bemalte Beene!“ und „Mutter, der Bauch tut weh!“.  Die Karnevals- und Büttenkanonen der Endzwanziger Jahr waren: A. Haberkorn, Heinrich Reif, Josef Schäfer, Jakob Hirsch, Frau Jakob Hirsch, H. Heusch und Peter Newinger, Josef Rünz, Josef Kessler, Jakob Jakobs, M. Leiberger, Engelbert Höbner, Frau Engelbert Häring, Fritz Wald, Jakob Dott, Nikolaus Milz, Wilhelm Lixenfeld, Eigen, Theodor Dott Karl Rünz, Karl Dietrich Joseph Schmitz, Kornelius Reif, Anton Hübner, Wilhelm Gräwer, Peter Ströder, Jakob Dott, und noch viele Namen mehr, die einmal an anderer Stelle aufgeführt werden sollen. Es war schon beachtlich, dass in Kaltenengers bereits im Jahre 1925 die erste Frau, und zwar Frau Jakob Hirsch, in die Bütt gestiegen ist. Der Chronist schreibt, sie habe ihre Sache vorzüglich gemacht, und man hofft, „dass sich künftig auch mal andere hören lassen“. Die große Hochwasserkatastrophe an der Jahreswende 1925/1926 verdarb den Karnevalisten das Konzept. In Koblenz zeigt der Pegel einen Wasserstand von 9,30 Meter an. Vom 29. Dezember 1925 bis 2. Januar 1926 war der größte Teil des Dorfes überflutet. In der Chronik ist genau festgehalten, dass der Wasserstand noch 7 cm höher gewesen sei, als im November 1882. 

 

Die 30er Jahre

 

Recht preisgünstig feierte man aber den Karneval in diesen Jahren. Für eine gute Flasche Wein zahlte man in Kaltenengers eine Mark und Berliner Pfannkuchen war am Martinszug für fünf Pfennig zu haben. Auch die politischen Auseinandersetzungen gingen die in der Vereinschronik ein. Der Flaggenstreit in St. Sebastian hat seinerseits die Gemüter erhitzt. Hier konnte man sich 1930 anlässlich der St. Sebastiani-Kirmes im Januar nicht einigen, welche Fahne den Kirmesbaum krönen sollte. Es gab Leute, die forderten ein schwarz-weiß-rotes Banner. Andere wollten die Reichsfahne schwarz-rot-gold und eine dritte Gruppe nur ein rotes Tuch. Der Streit wurde schließlich durch die Polizei beendet. Man verbot das Hissen jeglicher Flagge auf dem Kirmesbaum. Ein salomonisches Urteil „ und die Kaltenengerser hatten ein Thema für die Bütt! Selbstverständlich ging auch das Jahr 1933 nicht ohne Spuren an der Karnevalsgesellschaft  vorüber. Aus dem Vorsitzenden wurde ein „Gesellschafts-Führer“, Spenden für das NS-Winterhilfswerk wurden im Protokoll vermerkt. Reinerträge der Kasse mussten abgeführt werden. Der „Deutsche Gruß“ wurde sogar bei der Eröffnung närrischer Beratungen gebräuchlich. Kappensitzungen wurden polizeilich überwacht und mussten der Gauleitung zur Genehmigung mitgeteilt werden. Bevor für wiederum 10 Jahre, von 1938 bis 1948, das närriche Treiben in Kaltenengers im ganzen Land aufhörte, entledigte sich die Karnevalsgesellschaft noch eines „Staatsaktes 1. Ordnung“: Er scheint in der Rückschau nicht minder närrich und fast unvorstellbar, ihn mit heutigen Zeitereignissen zu vergleichen, obwohl er damals nicht umgangen werden konnte. Hierzu der Chronist am 3. April 1938: „12.30 Uhr eröffnete der Gesellschaftsführer die Versammlung mit dem Deutschen Gruß und gab die Tagesordnung bekannt, welche Gemeinschaftliche Wahlbeteiligung hieß. Bereits um 8.30 Uhr morgens versammelte sich die Karnevalsgesellschaft bei Mitglied Wilhelm Schreiber und geht dann zusammen zum Wahllokal Josef Kahl. Jedes teilnehmende Mitglied erhielt ein halbes Liter Bier. Samstag, der 9. April 1938 stellt die Karnevalsgesellschaft die Marschmusik für den Wahlpropagandaumzug. Der Kostenbeitrag ist 18 Mark und wurde von der Versammlung gutgeheißen und bewilligt. Jedes anwesende Mitglied, 24 an der Zahl, erhält zwei Glas Bier für pünktliches Besuchen der Versammlung.“ Man kann also sagen: Alle Narren wählten gemeinsam! Ein teures Vergnügen für den Verein, denn der Eintrittspreis betrug damals für den Maskenball 50 Pfennig und für eine Sitzung 40 Pfennig, was nicht sehr erträglich für die Vereinskasse war. 

 

Die 50er Jahre

 

Im Protokoll 1948 für alle, die die furchtbaren Ereignisse des 2. Weltkrieges persönlich erlebten, erschütternd zu lesen: „Nach 10-jähriger Unterbrechung durch den größten aller Kriege fand heute die Karnevalsgesellschaft „Mir Seyn Klor“ zur Generalversammlung im Lokale Unkel zusammen. Leider konnten sie hier nicht mehr alle erscheinen. Unser letzter Vorstand Cornelius Reif eröffnete die 1. Versammlung, welche riesig besucht war „ein Zeichen für das große Interesse.“ Die erste Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis:

 

1. Vorstand:                              Cornelius Reif

2. Vorstand:                              Alex Dott

1. Schriftführer:                       Matthias Dötsch

2. Schriftführer:                       Otto Koch

1. Kassierer:                             Wilhelm Gräwer

2. Kassierer:                             Jakob Dott

1. Protokollar:                         Josef Rünz

2. Protokollar:                         Josef Schmitz

1. Zeremonienmeister:         Engelbert Höbner

2. Zeremonienmeister:         Johann Heber

Kassenprüfer:                         Anton Hürter

 

Über den ersten Karneval im Jahre 1949 berichtete der rührige Protollarius Josef Rünz lakonisch:
„…. Und am Rosenmontag der große Ball mit allen Schikanen!“ Und damit war eine neue Ära der Gesellschaft eingeleitet. Sie steht im Zeichen der großen Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit mit dem Möhnenclub. Kein Wunder, denn der Begründer des Kallengier Möhnenclubs war ja auch ein Mitglied der Karnevalsgesellschaft und seinerzeit der erste Möhnerich, ein Mann mit allen Vorzügen: Josef Rünz. Es war auch die Zeit der großen Zusammenarbeit mit anderen Vereinen. Unsere Gesellschaft stand Pate bei der Gründung der Karnevalsgesellschaft in Mülheim.

 

Im Jahr 1953 regierte zum ersten Mal ein Prinzenpaar die Karnevalsgesellschaft: Prinz Paul der Heitere mit Prinzessin Christa über Bims und Erden.

 

Das bekannte und beliebte Prinzentreffen in Weißenthurm am Fastnachtsdienstag hat seinen Vorläufer in einer großen Veranstaltung in Kaltenengers. Hierüber wurde im Jahre 1954 protokoliert: „Am 31. Januar 1954 stieg in der Narrhalla Josef Kahl die große Prunksitzung. Nach dem Einzug des Prinzen mit seinem Gefolge, sowie Möhnen und Elferrat, rollte ein bunter Narrenfilm vor den Augen der zahlreichen Besucher ab. Nachdem die geladenen Prinzen von Urmitz, Mülheim und Weißenthurm begrüßt waren, jagte eine Büttenrede die andere. Trotz 20 Grad Kälte war das Publikum vom vielen Lachen in Schweiß gebadet.“ Die 20 Grad Kälte bezogen sich zwar auf die Außentemperatur, wer allerdings damals zu den Mitwirkenden gehörte, weiß, dass während der Pause der Wein im Pokal gefroren ist. Denn in der Narrhalla Karl war zur damaligen Zeit eine normal Temperatur nur in unmittelbarer Nähe des Ofens und nur dann, wenn Rünze Jupp als Fachmann für Koksheizung während der Sitzung dreimal mit den von den Besuchern mitgebrachten Briketts durchstocherte.“ 

 

Die 60er Jahre

 

Seit 1964 ist steht die Farbe rot charakteristisch für die Mir seyn klor. Bis 1963 trugen die Repräsentanten des Elferrats schwarze Anzüge und Narrenkappe. 1964 änderte sich dies und die Farbe rot war gefragt. Soweit berichtete der ehemalige Sitzungspräsident und heute leider verstorbenes Ehrenmitglied, Rudolf Bock, zum 75-jährigen Jubiläum der Karnevalsgesellschaft „Mir Seyn Klor“ 1978 bei seiner Festansprache.

Prinz Werner II. vom königlichen Kreuz regierte 1968 das närrische Kaltenegerser Volk. Werner, der gleichzeitig Erster Vorsitzender der Mir seyn klor war, hatte das Prinzenamt aus der Not heraus angetreten, da der ursprüngliche Bewerber kurzfristig abgesprungen war.

 

 

Die 70er Jahre

 

Auszug aus dem Mitteilungsblatt von 1973:

„...falls es sich noch nicht rumgesprochen haben sollte, auch das schwache Geschlecht ist in der KG schon stark vertreten, jedoch immer noch in der Minderheit, und bittet deshalb um Verstärkung.“

Mittlerweile ist das „schwache“ Geschlecht aus der Karnevalsgesellschaft nicht mehr weg zu denken. Nicht nur im Elferrat sondern auch im Vorstand gibt es mittlerweile 5 weibliche Mitglieder (Stand 2013).

 

In den Jahren 1973/74 war das närrische Zepter in den Händen von Prinz Willi I. und Prinzessin Waltraud I. vom Blumengarten. Waltraud ist bis zum heutigen Tage noch bei allen närrischen Anlässen zugegen.

 

Im Jahr 1978 feierte die Karnevalsgesellschaft ihr 75-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass stickte und spendete Frau Erna Röhrig eine Vereinsstandarte. Diese trug sie mit ihren Töchtern dem Karnevalsumzug 1978 stolz voran.

 

Die 80er Jahre

 

Zunächst fanden die Prunksitzungen und Maskenbälle auf dem Saal Schreiber statt. Seit 1981 feiert die Mir seyn klor ihre Sitzungen in der Gemeindehalle heute Jakob-Reif-Halle.

 

1983 regierten in Kaltenengers Prinz Friedrich I. und Prinzessin Gerti von Ochsenhausen. Die damalige Ankündigung des Prinzenpaares fand durch sechs Stadtsoldaten und dem singendem Kellermeister Hühnerfeld statt. Zum Einmarsch erklang der Deutschmeister-Regiments-Marsch.

 

Im Jahre 1988 war unser Tollität Prinz Egon vom närrischen Kutter. Der Prinz marschierte zu den Klängen der Hunsrücker Backpipes ein. Passend zum maritimen Motto hatte der Elferrat das Lied „An der Nordseeküste“ umgedichtet.

 

1987 wurde von Bärbel Hansen und Lydia Koch die erste Kindergarde der Karnevalsgesellschaft gegründet. Die Idee entstand damals bei einem Treffen mit "Kreuz Künnich" im Gasthaus Schreiber. Frei nach dem Motto: "Was die im Fernsehn können, das schaffen wir auch." nahmen sich Bärbel und Lydia der Aufgabe an und bauten die Kindergarde aus dem Nichts auf. Nur mit fleißiger Hilfe der Eltern und der Schneiderin Barbara Dott wurden damals die Kostüme genäht. Den ersten Auftritt hatten die Kinder dann auf der Sitzung 1988 und begeisterten sofort das Kallengier Publikum. Bis heute sind die kleinsten Gardisten ein fester Bestandteil des Karnevals in Kaltenengers und in diesem Jahr feiert die Kindergarde ihr 25-jähriges Jubiläum. 

 

Die 90er Jahre

 

1993 fuhr unser damaliger Prinz Berti I. Von Fährmannshausen gemeinsam mit seinem Hofstaat auf seinem Traumschiff durch die Straßen von Kaltenengers. In dieser Session hörte man es öfter

 „Du best ene Räuwer – lewer Berti, beste ne Räuwer durch und durch...“ durch die Gassen schallen.

 

Die MSK engagierte sich im Jahr 1994 für die am Rhein durch das Jahrhunderthochwasser geschädigten Bürger und spendete 1.000 DM.

 

1998 bezauberten uns Prinz Peter und Prinzessin Bärbel vom Kallegisch Express voll und ganz. Prinz Peter war unser damaliger Rosenprinz.

 

Die Jahre 2000 - 2010

 

2002 wurde eine neue Vereinsstandarte angeschafft, die im selben Jahr von Diakon Lothar Spohr geweiht wurde.

 

Im Jahr 2003 feierte die Karnevalsgesellschaft „Mir seyn klor“ ihr 100-jähriges Bestehen. In der Jubiläumssession regierten Prinz Rudolf I. und Prinzessin Helga I. mit ihrem Hofstaat. In diesem Jahr wurden die Vereinsmitglieder Annemie Uerz, Werner Schmitz und Fritz Hölzgen für ihre Verdienste für den Kaltenengerser Karneval zu Ehrenmitglieder ernannt. Rudolf Rünz erhielt die goldene Ehrennadel des RKK.

 

Was uns in den nächsten Jahren beschäftigte war die Jugendförderung. Seit dem Jahr 2000 organisiert Die MSK jedes Jahr ein Apfel- bzw. Herbstfest, dessen Erlös zu Gunsten der Kinder-, Jugend- und Prinzengarde genutzt wurde. Von den Einnahmen aus Kuchen- bzw. Getränkeverkauf wurden beispielsweise neue Uniformen finanziert.

 

Außerdem fand im Jahr 2003 die erste Kindersitzung, eine Kappesitzung im November von Kallengier Kindern für Kallengier Kinder, statt. Erwachsene haben auf dieser Bühne nichts verloren! Selbst der Elferrat besteht auf dieser Sitzung ausschließlich aus Jugendlichen der Jugend- bzw. Prinzengarde. Im Programm begeistern neben unseren Garden auch Turngruppen des BSC und die Grundschule mit Sketchen, Tänzen und Vorträgen das Publikum. Damit zeichnet sich die MSK besonders für Ihr Jugendengagement aus, denn eine solche Kindersitzung sucht in der gesamten Verbandsgemeinde ihres gleichen.

 

Auch die Freundschaft zu vielen auswärtigen Vereinen wurde in den vergangenen Jahren weiter gepflegt und ausgebaut. Ganz besonders natürlich die Freundschaft mit den „Grünen“ aus Örms.

Mit der KG Grün-Weiß Urmitz/Rhein findet seit Jahren jeweils abwechselt ein gemeinsamer Vereinsausflug, zum Beispiel eine Wanderung, statt. 

 

Nach längerer Planung wurde im Jahr 2008 außerdem die Idee eines gemeinsamen Rot-Grünen Prinzenballs umgesetzt. Der Ball findet nun bereits zum 6. Mal abwechselnd in Kaltenengers und Urmitz statt und findet bei den Karnevalisten großen Anklang. Die Kaltenengerser und Örmser Karnevalisten können sich also mittlerweile an Karneval nicht nur gegenseitig auf den Arm nehmen, sondern auch herrlich zusammen feiern und den Karneval zelebrieren.

 

Die Session 2008/2009 stand ganz im Zeichen unseres damaligen Prinzenpaares Prinz Friedhelm I. und Prinzessin Edith I. mit Ihrem Hofstaat. Das Prinzenpaar gab mit seiner außergewöhnlich großen Prinzengarde ein tolles Bild ab und repräsentierte die MSK auf den vielen Terminen hervorragend.

Krönender Abschluss ihrer Regentschaft war der Prinzenumzug 2009, der zwar bei strahlendem Sonnenschein aber verschneiten Straßen stattfand. Dank einer kleinen Bestechung des Räumdienstes und dem fleißigen Einsatz unserer Gemeindearbeiter, konnten die bunt geschmückten Wagen aber dennoch ohne Probleme durch die Straßen der Gemeinde ziehen. 

 

Die Jahre 2010 – 2012

 

Im Jahr 2011 wurde unserem Ehrenmitglied und Ehrenpräsident Rudolf Rünz die höchste Ehrung der Rheinischen Karnevals-Korporationen e.V. (kurz RKK) zuteil. Beim Kreisnarrentreffen, das damals in Weißenthurm stattfand, wurde er mit dem Kreiswackes überrascht, den er von Landrat Dr. Alexander Saftig nach einer spannungssteigernden Rede überreicht bekam.

 

Im Jahr 2011 wurde die Jakob-Reif-Halle komplett renoviert, was auch die MSK zum Anlass für Investitionen nutzte. Es wurden eine neue Deckenbespannung und neue Banner für die Wände angeschafft. So erschien unsere Narhalla zur Kindersitzung 2012 zum ersten Mal in neuen Glanz.

 

Pfarrer Gerber ließ die Tradition der karnevalistischen Messe neu aufleben. Sie wird mittlerweile sogar vom Jugend- und Musikverein musikalisch begleitet und erfreut sich von Jahr zu Jahr wachsender Beliebtheit. Wann sonst hat man auch mal die Gelegenheit in der Kirche „Mir losse de Dom in Kölle“ zu singen?

 

Seit 2012 veranstaltet die MSK eine sogenannte Kostümbörse, bei der Jedermann gebrauchte Karnevalskostüme kaufen und verkaufen kann. Im Jahr 2013 hat die Börse parallel zum Herbstfest im Oktober stattgefunden. So konnten sich die Kaltenengerser Karnevalisten noch rechtzeitig vor der Session mit einem neuen Kostüm eindecken. Auch hier kommt der Erlös aus dem Verkauf von Essen und Getränken sowie aus den Standgeldern den Garden zu Gute.

 

2013/2014

 

In der Jubiläumssession 2013/2014 wurde die Mir Seyn Klor von ihrem Prinzenpaar Werner III. der närrische Hundenarr und seiner Prinzessin Sarah I. von Unkelhausen samt Hofstatt repräsentiert. Ausverkaufte Veranstaltungen und 2014 ein großer Umzug bei 15 Grad und Sonnenschein. Das bleibt lange in Erinnerung.

Seit dieser Session präsentiert sich die Mir Seyn Klor auch im Internet unter http://www.mirseynklor-kaltenengers.de und bei Facebook.

 

Wir sind glücklichf, in diesem Jahr über 150 Mitglieder in unserem Verein zu haben. Diese engagieren sich in der Kindergarde, Jugendgarde und Prinzengarde. Die MSK hat ein Kindertanzpaar, einen Elferrat und jede Menge Mitglieder, die oft mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. 

 

Wir sind stolz mit allen Anwesenden den Auftakt zu unserem 111-Jährigen Vereinsjubiläum  am 16.11.2013 in unserer Jakob Reif Halle zu feiern. Ein rauschendes Fest mit Sitzungscharakter wurde durchgeführt. Es wurden Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft geehrt, Ehrengäste hielten Reden und alle kallengier Vereine trugen mit einem Vortrag zum tollen gelingen dieses abends bei. 

 

 

 

 

 

2018/2019

 

 

Während den beiden Sessionen 2018 und 2019 betraten Prinz Tom I. der närrische Fahrer der Mir Seyn Klor und Prinzessin Nadja I. die spritzige Närrin vom sonnigen Maifeld die Bühne. Auch hier feierten die Kaltenengerser gemeinsam mit vielen Freunden und Bekannten eine rauschende Inthronisation und einen wunderbaren musikalischen Umzug durch die Gassen durch Kaltenengers.

 

 

Wir könnten noch viele Namen von denen nennen, die uns in all den Jahren mit Vorträgen, Tänzen, Gesängen, aber auch mit ihrem Engagement für den Verein unterstützt haben. Doch es ist nicht unser Anliegen, Euch mit Worten zu berichten, sondern vielmehr mit Bildern zu beeindrucken. Also schaut nun zurück auf 111 Jahre „Mir Seyn Klor“.

 

Sollten wir jemanden in Bild und Wort vergessen haben, der sich auch für unseren Verein engagiert hat, so sehe er es uns nach. Auch wir waren auf die Hinweise der Kallengier Narren angewiesen.

 

 

 

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© Werner Müller